Die Technologie des 22. Jahrhunderts

Mit Enterprise, einer Serie die 100 Jahre vor der bislang bekannten Geschichte von Star Trek angesiedelt ist, ergeben sich zahlreiche Kontinuitätsprobleme. Um die Serie glaubhaft zu gestalten, muß vor allem die Technologie des 22.Jahrhunderts entsprechend "primitiv" wirken. Es leuchtet allerdings auch ein, daß dies wohl kaum eine Rückkehr zu den kahlen grauen Wänden und den klobigen Tricordern mit Bildröhre wie seinerzeit in der originalen Serie (TOS) bedeuten kann. Fertigungstechniken und Spezialeffekte haben sich in den letzten 30 Jahren sehr weiterentwickelt, und dem trägt die neue Serie Rechnung. Daß die Technologie des 22. Jahrhunderts tatsächlich weniger weit entwickelt ist, muß sich daher eher in ihren Eigenschaften zeigen, indem sie entsprechend langsamer, weniger leistungsfähig oder auf andere Weise unterlegen sein sollte.

Dieser Artikel analysiert die Technologie in Enterprise in Hinblick auf die technische Plausibilität und Kontinuität. Leichte Spoiler inbegriffen!

 

Energie & Antrieb

Warpkern

Der Maschinenraum in TOS war sehr unterschiedlich von dem seit "Star Trek: Der Film" etablierten Aussehen. Obwohl einige TOS-Episoden den Eindruck erweckten, als sei Dilithium die Energiequelle, sollten wir doch der Plausibilität halber annehmen, daß Dilithium, wie spätestens seit Star Trek: Das Nächste Jahrhundert (TNG) feststeht, lediglich dazu dient, die Materie-/Antimaterie-Reaktion zu kontrollieren. Somit ist Scottys Maschinenraum mit der in einem Block eingelassenen Dilithiumkammer tatsächlich wohl oberhalb des eigentlichen Warpkerns.

Trip Tucker betätigt, daß auch der Warpkern der Enterprise NX-01 mit Materie und Antimaterie betrieben wird (ENT: "Der kalte Krieg"), also nach genau demselben Prinzip wie immer noch 200 Jahre später. Ein Unterschied scheint allerdings zu sein, daß der Warpkern der NX-01 nicht ausgestoßen werden kann, denn dies wäre eine Option in "Der kalte Krieg" gewesen, als eine Kaskadenreaktion auftrat, die beinahe zur Zerstörung des Schiffs geführt hätte. Wenn wir Archers wiederkehrenden Beschwerden, daß die Vulkanier wichtige Technologien zurückhielten, mit einbeziehen, dann könnten wir sogar annehmen, daß Zefram Cochrane schon 2063 für seine Phoenix Antimaterie verwendet hat - obwohl er schon arge Probleme hatte, an vergleichsweise häufige Materialien wie Titan zu kommen. Da auch in VOY: "Friendship One" zumindest die Technologie erwähnt wird (wir können nicht sicher sein, ob die Sonde tatsächlich Antimaterie an Bord hatte), war es wohl tatsächlich die Intention der Autoren, daß schon immer eine Materie-/Antimaterie-Reaktion für den Warpantrieb verwendet wurde. Trotzdem paßte es wohl besser, wenn die NX-01 den ersten (von Menschen gebauten) solchen Reaktor hätte, denn dies könnte den enormen Geschwindigkeitsunterschied (konventionell: Warp 1.8, Enterprise: Warp 5) erklären.

Warpantrieb

Enterprise ist für eine Höchstgeschwindigkeit von Warp 5 gebaut. Dies entspricht 125-facher Lichtgeschwindigkeit nach der alten TOS-Skala oder 214c nach der TNG-Skala. Die Umrechnungen in ENT: "Aufbruch ins Unbekannte" bestätigen, daß tatsächlich die TOS-Skala verwendet worden ist, wo der Warpfaktor die dritte Wurzel aus dem Vielfachen der Lichtgeschwindigkeit ist. Dies ist auch viel plausibler, da wir nicht erwarten würden, daß die Skala zweimal (hin und zurück) geändert würde (oder sogar dreimal, wenn wir an die Warp 13 aus TNG: "Gestern, Heute, Morgen" glauben). Immerhin bleibt noch eine geringe Erhöhung von TOS-Warp 5 auf TOS-Warp 6 übrig, die in den nächsten 100 Jahren bis 2264 stattfinden wird.

Anders als der Rest des Schiffs haben die Warptriebwerke immerhin einen "Retro-Look". Sie fügen sich gut zwischen Cochranes Phoenix und der USS Enterprise NCC-1701 ein. Zwar ist das blaue Plasma anders als bei der NCC-1701 sichtbar, aber dies allein läßt die NX-01 sicher nicht fortschrittlicher aussehen. Es könnte viele Gründe geben, warum von allen Schiffen die originale Constitution-Klasse kein leuchtendes Plasma zeigte und der Umbau (von 2271, "Star Trek: Der Film") auch nur ein schwaches Glimmen.

Impulsantrieb

Die Größe des Impulsantriebs verrät kaum etwas über dessen Technologie. Scheinbar unabhängig vom Alter der Schiffsklasse gibt es solche mit riesigen Düsen (Enterprise-B, Sovereign) oder aber mit winzigen (Constitution, Galaxy, Intrepid). Bei der NX-01 überrascht es eher, daß es vier statt nur zwei Triebwerke gibt, was wie ein unnötig kompliziertes Design aussieht (und seinen realen Grund natürlich darin hat, daß die Akira auch vier davon hat). Neben höherer Beschleunigung bringen die beiden zusätzlichen Triebwerke lediglich Redundanz mit ein.

Reaktionskontrolltriebwerke

Nichts am Reaktionskontrollsystem (RKS) muß besonders fortgeschritten sein. Das Prinzip hat sich vom Apollo-Raumschiff aus dem 20. Jahrhundert bis zum 24. Jahrhundert kaum geändert. Nur die Enterprise NCC-1701 hatte keine sichtbaren RKS-Triebwerke, obwohl sie auch dort erforderlich gewesen wären. Es ist gut, daß dieser Fehler bei der NX-01 nicht wiederholt wird. Wie bei Föderationsraumschiffen späterer Jahrhunderte üblich, sind die RKS-Triebwerke um die Untertassensektion herum angeordnet.

Deflektor

Der Deflektor dient dazu, ein schwaches Kraftfeld vor dem Schiff zu generieren, da andernfalls Partikel den Rumpf durchschlagen und dabei schwere Schäden anrichten könnten. Wir wissen von einigen Schiffsklassen wie der Miranda oder der Constellation, daß sie keine sichtbare Deflektorschüssel haben, aber trotzdem muß es auch dort einen Generator geben, der ein Kraftfeld projizieren kann. Es war eine logische Entscheidung, der NX-01 einen sichtbaren Deflektor zu geben, und schon in ENT: "Aufbruch ins Unbekannte" stellt Reed dessen Bedeutung heraus. Wir können nur hoffen, daß der Deflektor in Enterprise insofern "primitiv" bleibt, daß er nicht, wie seit TNG: "In den Händen der Borg", immer wieder als Universalwaffe eingesetzt wird. Interessanterweise ist der Deflektor der NX-01 ein Hybrid aus der oft belächelten Kupferschüssel der NCC-1701 und dem blau beleuchteten Deflektor späterer Schiffe.

 

Computer & Kommunikation

Subraumfunk

In TOS: "Spock unter Verdacht" wurde explizit erwähnt, daß der Friedensvertrag zwischen Menschen und Romulanern über Subraumfunk (allerdings nur Audio) ausgehandelt worden sei. Das war im Jahr 2161. Wir wissen daher, daß Subraumkommunikation im 22. Jahrhundert schon existiert haben muß. Auf der anderen Seite sendete die USS Horizon einen Notruf mit normalen EM-Wellen, der dann über 100 Jahre brauchte, bevor er empfangen wurde. Entweder war die Horizon noch nicht mit Subraumfunk ausgestattet (der vielleicht nur in großen Anlagen auf Planeten installiert werden konnte), oder aber der Sender wurde beim Unfall zerstört. In VOY: "11:59" erzählt Harry allerdings von einem Vorfahren, dessen Schiff um 2210 immer noch keinen Subraumfunk hatte. Vielleicht können wir dies (wie auch die Tatsache, daß es sich um ein Schläferschiff handelte) damit erklären, daß die Distanz einfach zu groß war. Ein berechtigter Einwand ist allerdings, daß man einfach Subraumverstärker hätte abwerfen können. Vielleicht hat sich Harry auch nur um etliche Jahre vertan.

Subraumkommunikation war spätestens während TOS und TNG der Standard, nur die Geschwindigkeit des Signals (von Echtzeitgesprächen bis zu tagelanger Verzögerung) schien eher vom Drehbuch abzuhängen als von der tatsächlichen Distanz. Zumindest teilweise kann man dies dadurch erklären, daß das Subraumsignal, anders als ein EM-Signal, sich nicht mit konstanter Geschwindigkeit fortpflanzt, sondern es davon abhängt, wie "tief" es im Subraum liegt (TNG Technical Manual). Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Subraumverstärker (wie in TNG: "Aquiel"), die für schnelle Kommunikation zumindest in bestimmten Gebieten sorgen.

Zur Zeit von Enterprise gibt es noch keine Subraumstationen, die die Kommunikation von Enterprise zur Erde vereinfachen bzw. beschleunigen könnten. Immerhin ist ja Enterprise das erste irdische Schiff, das in die Tiefen des Weltraums vorstößt. Archer erwähnt Admiral Forrest gegenüber, daß geplant sei, Subraumverstärker auszusetzen, die "den Empfang ein bißchen klarer machen" würden. Ironischerweise ist aber überlichtschnelle Kommunikation, sogar in Echtzeit, schon möglich, bevor dies geschieht. Die Autorenhinweise für Enterprise sagen vermutlich, daß überlichtschnelle Kommunikation nur möglich sei, wenn sich das Schiff mit Warp bewege. Doch schon in "Aufbruch ins Unbekannte" sendet und empfängt das Schiff Signale, während es sich im Orbit um Qo'noS befindet. Auf der anderen Seite würde es auch nicht viel helfen, wenn sich das Schiff nur mit Warp 5 bewegte, wenn wir annehmen, daß sich die Geschwindigkeit des Schiffs zu der des Signals addieren würde (anders als in der speziellen Relativitätstheorie!). Das wäre immer noch sehr weit entfernt von der in Enterprise gezeigten Echtzeitkommunikation mit der Erde. Insgesamt ist die Kommunikation in Enterprise eine sehr unglaubwürdig dargestellte Technologie, da es nicht den geringsten Fortschritt vom 22. zum 24. Jahrhundert gibt und man zudem die Chance versäumt hat zu zeigen, daß Echtzeitkommunikation erst nach dem Aussetzen der Subraumverstärker ermöglicht würde.

Kommunikator

Immer wieder wird gern als Grund für mangelnden Realismus in TOS genannt, daß heutige Handys schon viel kleiner seien als die dicken Kommunikatoren zu Kirks Zeiten. Dabei sind die Kommunikatoren insofern leistungsfähiger, als sie überlichtschnelle Kommunikation mit einer Reichweite von vielen Millionen Kilometern ermöglichen. In dieser Hinsicht gibt es keinen Grund anzunehmen, daß die Geräte kleiner als heutige Handys sein müßten (im Gegenteil, die heutigen Handys sind oft schon zu klein und mit durchschnittlich großen Fingern kaum noch zu bedienen). Der Mangel an Bedienelementen bei den TOS-Kommunikatoren kann sogar als ein Zeichen angesehen werden, daß diese Geräte fortgeschrittener sind, da sie weniger manuelle Eingaben benötigen. Lediglich ein Display fehlt, aber dafür hat der Landetrupp ja Tricorder (und die Besatzung möchte die Kommunikatoren auch sicher nicht zum Spielen verwenden). Alles in allem war es eine gute Entscheidung, den Kommunikator von TOS (wenn auch in geringerer Größe) auch bei Enterprise zu verwenden.

Enterprise NX-01 hat auch die typischen in der Wand eingebauten Kommunikationsstationen wie auf der NCC-1701. Die Serie wird allerdings nicht unbedingt realistischer, indem diese eher sonderbare Form der Intra-Schiff-Kommunikation verwendet wird. Stattdessen wären tragbare Kommunikatoren (die schon heute auf die Größe eines TNG-Kommunikators, nur ohne Subraumsender, geschrumpft werden könnten) wesentlich praktischer, statt immer zu nächsten Station zu laufen. Auf der anderen Seite hätte dies die originale Serie nur noch älter aussehen lassen.

Universalübersetzer

Nicht nur in TOS: "Metamorphose", wo ein solches Gerät gezeigt wurde, sondern auch in vielen anderen TOS-Episoden muß ein Universalübersetzer verwendet worden sein. Seit TNG war dann der Übersetzer fester Bestandteil der Schiffskommunikation, und eine kleinere Version befand sich in jedem einzelnen Kommunikator. Der Übersetzer versagte nur sehr selten, z.B. in TNG: "Darmok", obwohl es wenig plausibel erscheint, daß er in allen anderen Fällen basierend auf nur wenigen Worten eine Übersetzung, noch dazu in Echtzeit, hätte liefern können. In diesem Zusammenhang ist es eine gute Idee, daß der Übersetzer in Enterprise zum einen ein separates Gerät ist und zum anderen weit entfernt von der Perfektion in TOS und TNG ist, so daß oft Hoshi Sato einspringen muß. Wir müssen allerdings abwarten, ob nicht, wie schon so oft, die Autoren die Probleme und Einschränkungen einer Technologie mit der Zeit vergessen.

Tricorder

Da schon heute vielfältige Sensoren z.B. für Strahlung, Gase oder Herzschlag zur Verfügung stehen, ist es keine Überraschung, daß es im 22.Jahrhundert schon Tricorder gibt. Es leuchtet ebenfalls ein, daß die riesigen und unhandlichen Tricorder von TOS mit ihren winzigen Bildröhren wohl kaum als Vorbild dafür dienen konnten. Trotzdem hätte der Tricorder des 22. Jahrhunderts durchaus ganz anders als 200 Jahre später aussehen können und auch größer sein sollen. Zwar ist das Argument gültig, daß der Tricorder in Enterprise durchaus weniger leistungsfähig sein kann, auch wenn er sehr modern aussieht. Es ist jedoch auch klar, daß tatsächlich die Autoren bestimmen, was ein Gerät kann, und sie werden sicherlich allzu leicht den modern aussehenden Geräten den gleichen Funktionsumfang wie den Modellen des 24.Jahrhunderts geben.

Schiffssensoren

Es hat einen Sinn, daß die Schiffssensoren von Enterprise NX-01 eine größere Reichweite als die Tricorder haben. Im besonderen in ENT: "Die Saat" sind sie in der Lage, in eine Stadt auf der Oberfläche so weit hineinzuzoomen, daß man die Gesichter der Bewohner erkennen kann. Prinzipiell sind Kameras dazu heute schon in der Lage. Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch die mysteriösen "akustischen Relais" in derselben Episode, mit denen durch das Vakuum des Weltraums Geräusche auf einem Planeten aufgefangen werden können. Selbst wenn dies möglich sein sollte, gibt es wohl kaum ein Mikrofon mit so großer Richtwirkung, daß es wie eine Linse für Licht ein Geräusch aus einer ganz spezifischen Richtung isolieren kann, wie es in der Episode gezeigt wird. Insgesamt ist dies eine "schlechte" Technologie, die es wahrscheinlich auch im 24. Jahrhundert nicht geben wird.

Schiffscomputer

Computer sind vielleicht die typischsten Beispiele für Geräte, die genauso schnell und verläßlich arbeiten, wie es der Autor will. Aus diesem Grund gibt es keinen klaren Anhaltspunkt, was Computer des 22. Jahrhunderts können (sollen) oder nicht. Wenn man nur das Aussehen berücksichtigt, dann waren die simplen Bildschirmanzeigen und die "billigen" Tasten und Schalter wohl das größte Problem, als ein neuer Look für das 22. Jahrhundert geschaffen werden sollte. In dieser Hinsicht war es wohl kein Fehler, einen völlig neuen Stil zu kreieren, der eher eine Brücke zwischen dem 21. und dem 24. Jahrhundert darstellt. Was positiv auffällt, ist daß es anscheinend noch keine "Multifunktionsstationen" gibt, deren Layout beliebig angepaßt werden kann. Sowohl die Bedienelemente als auch die Bildschirme der einzelnen Stationen sehen völlig unterschiedlich aus. Außerdem scheint der Computer noch keine Spracheingabe oder -Ausgabe zu haben. Dies ist zwar nicht unbedingt eine besonders fortschrittliche Funktion, stellt aber einen weiteren Unterschied zu Computern des 24. Jahrhunderts dar.

 

Transporter, Replikator & Holodeck

Transporter

Es gibt Anzeichen, daß der Transporter nicht lange vor 2264 ("The Cage") erfunden wurde. Der Transporter in TOS war langsam und kompliziert zu bedienen. Einige Crewmitglieder wie McCoy (aber auch noch Dr. Pulaski 100 Jahre später) waren stets skeptisch gegenüber dieser Technologie. Wie in TNG: "Todesangst beim Beamen" erwähnt, wurde Transporterpsychose als Krankheit erstmals 2209 diagnostiziert. Wir können annehmen, daß es nicht allzu lange nach der Erfindung des Transporters gedauert hat, bis diese Krankheit auftrat. Schließlich kann das klarste Indiz in TNG: "Das künstliche Paradies" gefunden werden, wo die Siedler, die 2168 ihre isolierte Kolonie gegründet hatten, nichts von der Existenz der Transporters wußten. Der Transporter der NX-01 ist der erste, der für den Transport von Biomaterie zugelassen ist (ENT: "Aufbruch ins Unbekannte"). Es sollte klar sein, daß es davor schon eine lange Reihe von Prototypen gegeben haben muß und daß noch davor eine jahrelange oder jahrzehntelange Entwicklungsarbeit steckt. Dies ist kaum mit der Aussage aus der TNG-Folge zu vereinbaren. Selbst wenn sie mehr als zwei Jahrzehnte für die Reise gebraucht hätten, müßten die Siedler (darunter viele Wissenschaftler) zumindest die theoretischen Anfänge der Technologie mitbekommen haben.

Das offensichtlichste Problem des Transporters im 22. Jahrhundert ist allerdings, daß er sichtlich schneller ist als in TOS. Die Zeit vom Beginn der Dematerialisation bis zum Abschluß der Rematerialisation (ENT: "Aufbruch ins Unbekannte", "Geistergeschichten") bei bis zu drei Personen auf der Plattform (ENT: "Doppeltes Spiel") und auch für den voluminösen Reaktor in ENT: "Die Saat" beträgt immer etwa fünf Sekunden. Damit ist der Transport so schnell wie in TNG. In DS9: "Die Suche" wird eine Zeit von sechs Sekunden erwähnt. Da jeder, der auch nur etwas Erfahrung mit dem Internet hat, weiß, daß die Geschwindigkeit von der zur Verfügung stehenden Bandbreite und damit auch von der Übertragungstechnologie abhängt, führt dies zum Schluß, daß der Transporter im 22. Jahrhundert fortschrittlicher ist als 100 Jahre später, ein Stand, der erst nach weiteren 100 Jahren wieder erreicht wird. Auch wenn wir postulieren, daß beispielsweise durch Biofilter die Geschwindigkeit herabgesetzt wird, bleibt dies unerklärlich.

Eine lobende Erwähnung verdient hingegen das separate Hochbeamen und Wegbeamen des Reaktors in ENT: "Die Saat". Spätestens seit TNG ist es nämlich üblich, daß etwas von Punkt A nach Punkt B gebeamt werden kann ohne zwischenzeitliche Materialisation auf der Transporterplattform.

Replikator

Es ist immer noch umstritten, ob der "Nahrungsverteiler" der Enterprise NCC-1701 die in der Küche zubereitete Nahrung nur an bestimmte Stellen des Schiffs geliefert hat, oder ob es sich dabei um einen frühen Replikator handeln könnte. Die wenig appetitliche Glibbernahrung (die man sich höchstens als Nachtisch gefallen lassen würde), wie man sie in mehreren TOS-Episoden sehen konnte, sieht tatsächlich so aus, als sei sie repliziert. Trotzdem gab es sicherlich auch während TOS eine "richtige" Küche wie später in "Star Trek: Das unentdeckte Land", allein schon um Meutereien abzuwenden. ;-)

Was wir über die Nahrungsbereitung auf der NX-01 wissen, ist daß ein "Protein Resequencer" verwendet wird, wie Tucker in ENT: "Das Eis bricht" erklärt. Mit diesem Rohmaterial können Mahlzeiten in einer konventionellen Küche gekocht werden. Einfache Gerichte und Getränke können allerdings auch mit einem Vorläufer des Replikators zubereitet werden. In ENT: "In guter Hoffnung" bestellt T'Pol ein Glas Wasser, aber bekommt stattdessen eine braune Sauce. Da wir kein "Saucenrohrsystem" durch das Schiff erwarten würden, wird diese wohl im Gerät selbst hergestellt. Der Replikator des 22. Jahrhunderts ist damit weniger entwickelt als der des 24. Jahrhunderts, der ja bekanntlich alle Arten von molekularen Verbindungen, organisch oder nicht, herstellen kann und auch gleich das Glas zum Wasser mitrepliziert. Das einzige Problem besteht im Zusammenhang mit TOS. Vielleicht wurde tatsächlich auch ein Teil des Essens in TOS schon repliziert, und die billig aussehenden bunten "Nahrungswürfel" waren nur der Geschmack der Zeit.

Holodeck

Holodecks, die in der Lage sind, eine verblüffend realistische Landschaft zu erschaffen, waren definitiv etwas völlig Neues in der Zeit von TNG. Man denke nur an Rikers Begeisterung in TNG: "Der Mächtige", Picards erste Begegnung mit dem Holodeck in TNG: "Der große Abschied" oder Lwaxana Troi, die in TNG: "Andere Sterne, andere Sitten" von Holodecks überhaupt nichts wußte. Der Realismus des neuen Holodecks muß einen gewaltigen Unterschied zu dem gemacht haben, was bisher bekannt und üblich war. Diese Eindrücke überwiegen auch gegenüber den Aussagen einiger Crewmitglieder der Voyager, die angeblich Holodecks mit dem Flotter-Programm aus ihrer Kindheit schon kannten. Vielleicht handelte es sich dabei aber nur um simple Projektionen.

Enterprise jedoch datiert die gesamte Holotechnologie in all ihrer Perfektion um 200 Jahre vor, indem sie ausgerechnet den Klingonen überlassen wird. Die Technologie der Xyrillianer hat schon alles, was die Holodecks des 24. Jahrhunderts auszeichnen wird. Es erscheint wie eine billige Ausrede, daß dieses frühe Holodeck noch keine interaktiven Charaktere beinhaltet. Verglichen mit dem immensen Aufwand, Dinge in Perfektion darzustellen und in Echtzeit zu animieren und berührbar zu machen, wären Charaktere ein wirklich geringes Problem. So wie es in der Episode ENT: "In guter Hoffnung" gezeigt wird, ist es sehr unwahrscheinlich, daß die Föderation volle 213 Jahre brauchen wird, um das Holodeck der Xyrillianer nachzubauen (oder, noch einfacher, die Technologie irgendwo zu erwerben, z.B. auch von den Aliens in "Oasis").

 

Waffen

Phase-Pistolen

In "The Cage", dem ersten Star Trek Pilotfilm, der im Jahr 2254 spielt, benutzt die Besatzung Waffen, die ausdrücklich "Laser" genannt werden. Da wir nicht erwarten würden, daß in Star Trek dieser sehr spezifische technische Term umdefiniert würde, sollten wir annehmen, daß diese Waffen auf der gleichen Grundlage beruhen wie Laser in der wirklichen Welt, nämlich auf der Anregung eines Mediums im Innern eines Resonators, aus dem auf einer Seite ein kohärenter (=phasengleicher) Lichtstrahl entweichen kann. Laut Worf, der von Berlinghoff Rasmussen in TNG: "Der zeitreisende Historiker" befragt wurde, existierten Phaser seit einem Jahrhundert vor der Episode, also um etwa 2268. Dies ist zumindest annähernd korrekt, da es tatsächlich wohl zwischen "The Cage" und TOS: "Spitze des Eisbergs" (2265) gewesen sein muß. Laser sind hingegen im 24. Jahrhundert nicht mehr in Benutzung; sie dienen vielmehr nur noch als Schneide- und Schweißwerkzeuge, wie beispielsweise in TNG: "In der Hand von Terroristen" gesehen. In mehreren TNG-Episoden bekommt es die Enterprise-D mit fremden Schiffen zu tun, die nur mit Lasern bewaffnet sind und als keine Gefahr gelten.

In Enterprise, angesiedelt im Jahr 2151, gibt es keine Laser, wie man hätte vermuten können, sondern "phase pistols" (noch keine offizielle Übersetzung bekannt). Neben der Namensähnlichkeit zu Phasern sind diese Waffen augenscheinlich fortschrittlicher als Laser. Dies gilt nicht nur für das Aussehen der Requisiten oder für die ähnlichen Energiezellen wie im 24. Jahrhundert (wie Archer sie Hoshi in ENT: "Freund oder Feind" erklärt). Vor allem haben Phase-Pistolen zwei Einstellungen, nämlich "Betäuben" und "Töten". Das Betäuben eines Humanoiden muß sehr kompliziert sein, da die Waffe eine genau dosierte Entladung erzeugen muß, die das Nervensystem des Ziels gezielt lähmt ohne es zu töten. Eine solche Wirkung kann mit einem Laser nicht erzielt werden. Vielleicht waren jedoch schon die "Laser" in "The Cage" tatsächlich Phaser? In TOS: "Das Letzte seiner Art" wurde nämlich ein Laser, der noch vom Pilotfilm übrig war, kurzerhand in gleicher Weise mit den gleichen Effekten wie ein Phaser benutzt.

Wenn wir trotzdem darauf bestehen, daß die Waffen aus "The Cage" Laser sind, können wir dies nicht unbedingt erklären, aber immerhin Phase-Pistolen damit entschuldigen, daß viele Geschichten es erfordern, eine Person "elegant" und ohne exzessive Brutalität aus dem Weg zu räumen. Aus dem gleichen Grund wurde ja auch der berühmte vulkanische Nervengriff von Leonard Nimoy erfunden, da er nicht glaubte, daß Vulkanier zu roher Gewalt greifen würden. Auf der anderen Seite würden jedoch gerade limitierte Fähigkeiten der Waffen neue Möglichkeiten eröffnen, so wie sie gerade von den Produzenten Berman und Braga zum Start von Enterprise versprochen wurden. Wenn jeder Gegner wie bisher schnell und sicher betäubt werden kann, wird es auch nicht unbedingt interessanter. Nicht einfach zu entschuldigen ist allerdings, daß schon in ENT: "Terra Nova" die dritte von zwei Einstellungen der Phase-Pistole verwendet wurde, nämlich das Schneiden mit einem schmalen Strahl. Das ist zwar nicht überraschend, da dasselbe mit einem Laser auch schon in unserer Zeit möglich ist, jedoch wirft es die gesamte Idee von weniger vielseitigen Waffen über den Haufen. Wahrscheinlich ist es nur eine Sache der Zeit, bis mit den Pistolen auch Felsen weggesprengt oder große Objekte einfach vaporisiert werden.

Rein optisch sind Laser der wirklichen Welt, Phase-Pistolen, Laser wie in "The Cage" und Phaser sehr ähnlich. Alle feuern mit kontinuierlichen Strahlen, nur die Farbe kann variieren. Dies könnte auf ein gemeinsames Funktionsprinzip hindeuten. Auf der anderen Seite waren Phaser schon immer als Teilchenwaffen gedacht, die zeitlich begrenzt eine Ladung abgeben, anders als die konstante Leistungsabgabe, wie sie bei einem Laser typisch ist. In dieser Hinsicht scheint die Ähnlichkeit der Effekte ein Zufall zu sein. Wir müssen abwarten, ob Phase-Pistolen, so wie Phaser auch, nach einer Dauer von wenigen Sekunden entladen sind.

In ENT: "Vox Sola" kann man eine ungewöhnliche Beobachtung machen. Dort kommt nämlich ein vorher nie erwähntes Phase-Gewehr zum Einsatz, mit einem visuellen Effekt genau wie bei der Phase-Pistole. Es stellt sich die Frage, warum niemand zuvor diese offensichtlich leistungsstärkste Handwaffe benutzt oder auch nur erwähnt hat, vor allem da man sich denken kann, wie gern Malcolm Reed sie in der einen oder anderen Situation gehabt hätte. Wenn diese Waffen neu sind, dann ist es ein Geheimnis, wo sie plötzlich herkommen, denn Enterprise hat bis dahin noch keinen Nachschub von der Erde erhalten.

Plasmakanone, Plasmagewehr, Pulsgewehr, EM-Pistole

Die Plasmakanone der ECS Fortunate in ENT: "Familienbande", das Plasmagewehr des Bauern in "Aufbruch ins Unbekannte", das Pulsgewehr, das auf Enterprise gegen die Suliban verwendet wurde (identifiziert in "Freund oder Feind") und die EM-Pistolen des Landungstrupps auf Rigel XII (ebenfalls identifiziert in "Freund oder Feind") sind offensichtlich alle den neuen Phase-Waffen unterlegen - obgleich beispielsweise das Pulsgewehr eine größere Feuerkraft als die Phase-Pistole haben könnte. Alle diese älteren Waffen haben ähnliche visuelle Effekte und feuern Lichtbolzen ab. Aus diesem Grund ist es möglich, daß alle auf dem gleichen Prinzip basieren, obwohl zumindest drei verschiedene Namen existieren. Wir können Erklärungen für die Namen finden, indem "Plasma" für die Art von Materie steht, die abgefeuert wird. "Puls" könnte bezeichnen, daß das Plasma in kurzen Pulsen freigesetzt wird. "EM" hingegen wäre eine recht obskure Bezeichnung, die sich lediglich auf starke elektromagnetische Kräfte im Plasma beziehen würde.

Der visuelle Effekt der Lichtbolzen könnte Probleme aufwerfen. Es könnte nämlich fortschrittlicher wirken als die Phaser mit ihren kontinuierlichen Strahlen. Im 24. Jahrhundert hat lediglich die Defiant Puls-Phaser, und diese sind offensichtlich den herkömmlichen Phasern überlegen. Es ist auch plausibel, daß es schwerer sein müßte, einzelne genau definierte Ladungspakete zu erzeugen als einfach die ganze Ladung auf einmal freizusetzen. Auf der anderen Seite ist es "nur" Plasma bei den Waffen des 22. Jahrhunderts, wohingegen die Phaser durchaus eine stärkere Ladung abfeuern könnten. Davon abgesehen sind Lichtbolzen als visueller Effekt aber ohnehin nicht sehr glaubwürdig, da sie sich weit langsamer als das Licht bewegen. Ein Schiff könnte ihnen durchaus mit Impulsgeschwindigkeit entkommen, es sei denn, wir behaupten, daß tatsächlich die Bildrate beim Fernsehen (ähnlich wie bei Speichenrädern im Film, die sich scheinbar rückwärts drehen) den Strahl langsamer erscheinen läßt.

Pulskanonen

Die Aussagen über die Plasma- oder Pulswaffen treffen auch auf die nicht näher spezifizierten Schiffswaffen zu, wie wir sie in ENT: "Aufbruch ins Unbekannte" sehen konnten. Sie verwenden visuell sehr ähnliche Lichtbolzen, die von mindestens drei Positionen oberhalb des Randes der Untertasse abgefeuert werden und möglicherweise auch aus der Deflektorschüssel. Man kann annehmen, daß es sich hierbei ebenfalls um Plasmawaffen handelt, was von Doug Drexler, dem Designer des Schiffs, bestätigt wurde. Es ist nur seltsam, daß die folgenden Episoden bis zur Installation der Phase-Kanonen suggerieren, daß die Torpedos die einzigen funktionsfähigen Waffen seien. Die Pulskanonen wurden in "Freund oder Feind", "Die Saat" und "Favorite Son" nicht einmal als Alternative erwähnt, geschweige denn benutzt.

Phase-Kanonen

Die Strahlen der Phase-Kanonen, der Hauptwaffe des Schiffs, wie wir sie seit ENT: "Lautloser Feind" sehen, sind kontinuierlich, anders als die der Plasmakanonen. Die Waffen selbst können als rohrartig beschrieben werden, und sie sind normalerweise hinter Luken verborgen. Auf der originalen Enterprise NCC-1701 gab es auch keine sichtbaren Waffen, aber vielleicht hätten doch die Phase-Kanonen als ältere Technologie als vorstehende oder vertiefte Teile deutlich sichtbar sein sollen. Immerhin müssen sie mit einer Menge Energie fertig werden (nun ja, die in "Lautloser Feind" erwähnten 400 Gigajoule sind total übertrieben und sollten nicht ernstgenommen werden).

In ENT: "Detained" ist plötzlich auch das Shuttle mit einer Phase-Kanone ausgerüstet, jedenfalls nach dem visuellen Effekt zu urteilen. Es stellt sich die Frage, wo diese vorher nie erwähnte Waffe herkommt und wo sie unter dem ohnehin total vollgepackten Cockpit des Shuttles installiert sein soll. In ENT: "Desert Crossing" hat das Shuttle dann wieder die bewährte Plasma- bzw. Pulswaffe, wie schon in ENT: "Im Schatten von P'Jem" erwähnt. Vielleicht hat hier lediglich jemand vom Team der Spezialeffekte entdeckt, daß die Shuttles nicht mit der neuen und leistungsfähigeren Waffe ausgerüstet sein sollten, und den Fehler aus "Detained" korrigiert. Vielleicht sind aber auch die einzelnen Shuttles unterschiedlich ausgerüstet. Daß ein und dasselbe Shuttle beide Waffentypen enthält, muß als unwahrscheinlich gelten.

Torpedos

In TOS: "Spock unter Verdacht" wird erwähnt, daß beide Seiten im Romulanischen Krieg Atomraketen als Hauptwaffen benutzt haben. Das romulanische Schiff, das die Außenposten angreift, hat sogar noch eine dieser Waffen im Arsenal und versucht, diese in der Nähe der Enterprise zu detonieren. Glücklicherweise halten die Schilde. In TOS sind Raketen im allgemeinen durch Photonentorpedos ersetzt worden. Wir können annehmen, daß, wie auch später in TNG, diese Waffen schon auf Warpgeschwindigkeit beschleunigt werden können.

Die "spatial torpedoes" genannten Waffen von Enterprise sehen nicht wie Photonentorpedos, sondern eher wie selbstgeführte und selbstangetriebene Raketen unserer Tage aus. Am besten waren sie bislang in ENT: "Freund oder Feind" zu sehen. In dieser Hinsicht sind sie also hinreichend "primitiv", nur hätte ein anderer Name benutzt werden sollen, um dies zu betonen. Da es sich technisch um Raketen handelt, wäre es sinnvoll gewesen, sie so zu nennen (auch im Hinblick auf die Kontinuität mit "Spock unter Verdacht").

Auf dem klingonischen Schiff in ENT: "Schlafende Hunde" entdecken T'Pol, Reed und Hoshi, daß dieses mit einer Waffe ausgerüstet ist, die gleich als "Photonentorpedo" bezeichnet wird. Es scheint, als sei diese Bezeichnung vom Autor bewußt gewählt worden, um die Ähnlichkeit zwischen der klingonischen und der späteren Föderationswaffe herauszustellen. Wir können dies erklären, indem das klingonische Original wahrscheinlich recht unspezifisch aus Wörtern für "Licht/Photon/Strahl" + "Rakete/Torpedo/Projektil" besteht, und daß einfach die am besten klingende Übersetzung gewählt wurde. Es ist anzunehmen, daß, da der klingonische Torpedo wohl schon Materie und Antimaterie verwendet, diese Bezeichnung für die spätere äquivalente Föderationswaffe beibehalten wurde. Im Gegensatz dazu scheinen die Torpedos von Enterprise auf einer Fusionsreaktion zu beruhen. Dies wurde vom wissenschaftlichen Berater André Bormanis vorgeschlagen, bisher aber noch nicht in der Serie erwähnt.

Rumpfplatten

Es ist unbekannt, seit wann Schildgeneratoren in der Lage sind, ein Schiff in eine Schildblase einzuhüllen, wie wir es spätestens seit TNG gewohnt sind. Enterprise NX-01 jedenfalls erzielt Schutz durch die Polarisierung der Rumpfplatten. Da es hierbei keinen visuellen Effekt einer Schildblase gibt, scheint es sich um eine weniger fortgeschrittene Technologie zu handeln. In Star Trek: The Magazine (Januar 2002) schlägt André Bormanis vor, daß tatsächlich keine Abschirmung gegen feindliches Feuer stattfindet, sondern vielmehr die Außenhaut durch die Polarisierung gehärtet wird: "Every starship takes a few hard knocks now and then, but in the Enterprise era, Starfleet has yet to develop shields and other forcefield technologies. To minimize potential damage from weapons fire and other space hazards, NX-01 incorporates a polarization matrix in its hull plating. Through the application of electromagnetic power, the metal hull of the ship can be made several orders of magnitude harder than it is in its non-polarized state. This kind of technology isn't that far out of reach today. So-called 'smart materials' can be programmed to change their shape or their ability to reflect light at the flick of a switch. Designing a material that can be programmed for increased strength will probably happen in the not-too-distant future."

Trotz des offensichtlich unterschiedlichen Prinzips (sofern sich die Autoren auch weiterhin daran halten), hat dies jedoch kaum Auswirkungen auf die Geschichten. Wie mit den vertrauten Schilden auch, verliert der Rumpf seine Stärke mit jedem Treffer, und auch während die Rumpfplatten noch polarisiert sind, gibt es schon Explosionen oder Entladungen im Schiffsinnern, wie gesehen in ENT: "Aufbruch ins Unbekannte" und "Freund oder Feind".

In ENT: "Vox Sola" nimmt Malcolm Reed die Spezifikationen für ein Kraftfeld aus einer Datenbank. Obwohl sich diese Technologie ausdrücklich erst in der Entwicklung befindet, ist sie schon ununterscheidbar von den Kraftfeldern, wie sie 200 Jahre später verwendet werden. Soweit es überhaupt einen Unterschied gibt, ist dieser nur quantitativ. So wie es aussieht, könnten schon in wenigen Jahren auch Raumschiffe der Erde durch Kraftfelder geschützt werden.

 

Andere Technologie

Medizinische Technologie

Es ist sehr offensichtlich, daß die von Dr. Phlox verwendeten Methoden denen von Dr. McCoy oder gar Dr. Crusher unterlegen sind. Es gibt noch keinen Hautregenerator oder ein Gerät, das einen Heilungsprozeß beschleunigen könnte, sondern nur Phloxs exotische Blutsauger (ENT: "Aufbruch ins Unbekannte"). Obwohl diese wahrscheinlich eine Besonderheit der denobulanischen Medizin und Tradition sind, können wir annehmen, daß die Medizin der Erde im Jahre 2151 noch nichts Besseres aufzuweisen hat. Eine weitere gute Idee ist die Tomographie-Einheit, die augenscheinlich so funktioniert wie ähnliche Geräte schon heute. Somit ist die Art und Weise, wie die Technologie sich präsentiert, hinreichend "primitiv" für ihre Zeit. Es ist außerdem gut zu sehen, daß Dr. Phlox die äußere Erscheinung der Crew in ENT: "Die Saat" durch einfaches Make-up und nicht etwa durch plastische Chirurgie ändert. Letzteres wäre wohl kaum glaubwürdig, wenn man bedenkt, daß selbst kleine Wunden im 22. Jahrhundert einige Zeit zum Heilen brauchen. Hyposprays sind schon bekannt und wurden in ENT: "Acquisition" erwähnt. Dies ist keine Überraschung, da das Prinzip schon im 20. Jahrhundert entwickelt wurde.

Im Hinblick auf TOS müßten wir allerdings das sehr komplexe Aussehen der Krankenstation von Enterprise NX-01 ignorieren. Ein paar weniger Monitore und Details in den Wänden hätten es sicher auch getan. So wie die Krankenstation jetzt aussieht, erinnert sie bis auf den Stil der Computerdisplays sehr an Voyager und läßt sogar die einfach gestrickte Kulisse für die Enterprise-D alt aussehen.

Dekontamination

Eine physische Dekontamination mit einem speziellen Gel ist notwendig, da es offensichtlich kein Kraftfeld oder eine Ultraschalldusche gibt, mit der dies erreicht werden könnte. Die gleiche Prozedur ist wahrscheinlich auch nach Benutzung des Transporters erforderlich, da dieser wohl (hoffentlich) noch keinen Biofilter besitzt. Die Dekontamination wie in ENT: "Aufbruch ins Unbekannte" erscheint jedoch unnötig kompliziert. Es könnte einfacher wie auch effizienter gewesen sein, wenn eine Dusche verwendet worden wäre statt des zähflüssigen Gels - obwohl dies uns das mehr oder weniger große Vergnügen vorenthalten hätte, daß sich Tucker und T'Pol gegenseitig einreiben. ;-) Das blaue Licht in der Dekontaminationskammer deutet darauf hin, daß zusätzlich UV-Strahlung zum Abtöten von Bakterien und Viren verwendet wird.

Grappler

Der "grappler" (Enterhaken, noch keine offizielle Übersetzung bekannt) als mechanischer Vorläufer des Traktorstrahls ist die Perle unter den neuen alten Technologien. Er ist eines der ganz wenigen Geräte, die sowohl anders aussehen als auch in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sind. Der Grappler funktionierte in ENT: "Aufbruch ins Unbekannte" noch perfekt, während er in "Das Eis bricht", als es darum ging, ein Shuttle aus der Spalte im Kometen zu ziehen, schon an seine Grenzen stieß. Auf der anderen Seite haben vulkanische Schiffe bereits Traktorstrahlen, und es sollte eigentlich nur eine Frage von höchstens ein oder zwei Jahrzehnten sein, bis auch diese Technologie voll ausgereift ist und genau wie im 24. Jahrhundert arbeitet. Man muß sich schon wundern, ob Wissenschaftler und Ingenieure nach dem 22. Jahrhundert 200 Jahre lang geschlafen haben. Im übrigen ist der Grappler auch insofern plausibel, als die Erd-Raumschiffe des 22. Jahrhunderts auch noch keine Schilde haben, die auf ähnlicher Kraftfeld-Technologie wie ein Traktorstrahl beruhen.

Startrampe

Da "shuttle bay" üblicherweise als "Shuttlerampe" übersetzt wird, sollte aus der "launch bay" auf deutsch logischerweise eine "Startrampe" werden. Diese hat auf der NX-01 den geforderten "Retro-Look", indem die Shuttles nicht mittels eines Traktorstrahls, sondern über einen mechanischen Arm hereingezogen werden, ähnlich dem Grappler. Es stellt sich trotzdem die Frage, warum die Startrampe nicht genau wie auf späteren Schiffen konstruiert ist. Denn dann könnten noch eher Shuttles jeglicher Größe und Form aufgenommen werden. Ein Grund könnte sein, daß die Shuttles einfach abgeworfen werden (aufgrund der Trägheit würde die Bewegung nach dem Verlassen der Schwerkraft des Schiffs weitergehen) und mit dem Arm wieder eingeholt werden. Auf diese Weise müßte weder die Shuttlerampe selbst noch das Shuttle eine Schwerkraftkontrolle besitzen. Auf der anderen Seite könnte man die Schwerkraft auch einfach ein- und ausschalten. Als Alternative wäre ein Schlitten denkbar, mit dem Shuttles auch horizontal ein- und ausgefahren werden könnten. Vielleicht ist auch die Energieersparnis der Grund, die sich dadurch ergibt, daß das Ablassen der Shuttles durch einfaches Öffnen der Klappen erfolgt. Eine weitere Beobachtung ist, daß keinerlei Kraftfeld die Rampe vom Weltraum trennt, sondern jedesmal der gesamte Raum dekomprimiert. Wie der Druck in wenigen Sekunden im gesamten Raum wieder hergestellt werden kann (so wie in "Freund oder Feind" gesehen), bleibt allerdings unklar. Immerhin handelt es sich um ein Volumen von mehreren hundert Kubikmetern.

Was das Aussehen der Shuttles selbst anbelangt, so ist es logisch, daß diese etwas stromlinienförmiger als 100 Jahre später sind. Immerhin stehen noch keine Schutzschilde zur Verfügung, sondern die Reibung muß allein durch den Rumpf aufgefangen werden. Dies schlägt sich entsprechend im Design nieder.

Schwerkraft

Enterprise hat eine Beschleunigung von 1g auf dem ganzen Schiff. Im Gegensatz dazu waren es nur 0,8g auf Mayweathers Horizon. Es scheint vernünftig, daß die Schwerkraft durch ein verteiltes System erzeugt wird wie auf späteren Schiffen, denn ein einzelner Generator oder einer per Deck könnte niemals für eine gleichmäßige Schwerkraft sorgen. Der Ausfall der Schwerkraft auf genau einem Deck in ENT: "In guter Hoffnung" (als Archer plötzlich in der Dusche schwebte ;-)) unterstützt die Idee von einem Schwerkraft-Netzwerk. Ein weiterer Aspekt ist jedoch der sogenannte "sweet spot", ein Ort, an dem sich, wie in "Aufbruch ins Unbekannte" gesehen, die Schwerkraft umdreht. Laut Travis ist dies der Fall "auf halbem Wege zwischen dem Schwerkraftgenerator und der Bugspitze". Mit einem verteilten Netzwerk würde dieser Effekt durchaus Sinn machen, denn die Schwerkraft eines Decks würde auch dessen Fußboden durchdringen, so daß tatsächlich sich ein "sweet spot" nahe der Decke jedes Decks ausbilden könnte. Travis spricht jedoch von genau einem "sweet spot", einem Generator und der "Bugspitze" (bow plate), wobei letzteres auf einem Raumschiff mit Untertasse auch den Rand ebendieser Untertasse bezeichnen könnte. Was auch nachdenklich stimmen sollte, ist daß Trip mit diesem "sweet spot" nicht vertraut ist, obwohl er doch der Chefingenieur des Schiffs ist.

Turbolift

Wir wissen wenig über Turbolifte bis auf die Tatsache, daß sie von Linearmotoren angetrieben werden (jedenfalls laut dem TNG Technical Manual). Diese Technologie ist schon heute verfügbar; somit braucht man sich nicht um deren Plausibilität zu sorgen. Es ist noch unbekannt, wie der Aufzug im 22. Jahrhundert genannt wird, aber wir haben ihn schon mehrere Male gesehen, zuerst in ENT: "Der kalte Krieg". Das Aussehen ist auch keine Überraschung - es handelt sich lediglich um eine Kabine mit rundem Querschnitt, einem Bedienteil, um ein Deck auszuwählen und einem Kommunikations-Interface.

Dusche

Es ist eigentlich kein Merkmal von alter oder neuer Technologie, aber Enterprise hat Duschen mit echtem Wasser (ENT: "In guter Hoffnung") im Gegensatz zu den Schallduschen auf Raumschiffen seit spätestens 2271 ("Star Trek I"). Nichts würde gegen Wasser auf neueren Schiffen sprechen, auch haben viele der Quartiere im 24. Jahrhundert zusätzliche Badewannen. Schallduschen scheinen jedoch um 2151 noch nicht zu existieren, obwohl sie angesichts der wiederkehrenden Probleme mit der vielleicht noch nicht ausgereiften Schwerkraft-Technologie sinnvoll wären - immerhin könnte umherfliegendes Wasser zu Beschädigungen oder Korrosion führen.

Türöffner

Der Türöffner ist sicherlich kein High-Tech-Gerät, aber man muß sich wundern, warum jemand die Hand ausstrecken muß, um neben der Tür einen Knopf zu drücken. Gibt es nicht automatische Türen schon heute? Wenn man bedenkt, daß sogar mechanische Türklinken ergonomisch wesentlich besser angeordnet sind, erscheinen die Türöffner noch unpraktischer. Nach einer Weile auf Enterprise würden einem Menschen des 21. Jahrhunderts wohl die Handgelenke schmerzen. Ein Grund, weshalb jedesmal ein Knopf gedrückt werden muß, könnte sein, daß eine Autorisation mit Fingerabdruck geschieht. Dies würde man allerdings nur in speziellen Sicherheitszonen auf dem Schiff erwarten, nicht aber bei jeder einzelnen Tür.

 

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